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Vespina 2015

Text und Fotos: Roland Küng, VespaClan Frauenfeld

Die Herausforderung, ein Vespatreffen zu organisieren 

Die Planung für die Vespina war bereits in vollem Gang. Alfonso kümmerte sich mit mir zusammen um den Feinschliff, die Details für das Treffen. Zu unserer Erleichterung hatten wir die Zusage von André, dass er die Organisation und Umsetzung der Verpflegung im Ganzen übernehmen würde. Eine riesige Erleichterung, denn so konnten wir uns um den Rest kümmern.  

Einige Hindernisse stellten sich uns dann doch noch in den Weg. Da kam aus den Nachrichten die Meldung: Felssturz in der Göschenenschlucht. Oh, wir haben ja schon die Routen geplant, und die führen an zwei Tagen genau da durch. Die Meldungen zur Wiedereröffnung waren widersprüchlich. Eiligst wurde Plan B erschaffen mit Ausweichtouren. Die Ungewissheit und das Hoffen gross. Die riesige Erleichterung kam kurz vor der Vespina mit der Meldung, dass an unserem ersten Vespina-Tag die Strecke wieder geöffnet werde. Wir waren somit mit unserer ursprünglichen Streckenplanung genau zur Öffnung zur Stelle. Eiligst wurde wieder völlig umgestellt, die Touren neu berechnet, Faltblatt drucken lassen. 

Von allem Anfang an war klar: Motto einfach. Aber wenn man sich hinsetzt und die Ideen sprudeln, ist das wahnsinnig schwierig einzuhalten. Man möchte eigentlich alle Ideen in die Tat umsetzen, wird dabei aber vom Budget dauernd wieder gebremst. 

Das gute Gefühl stellte sich von Anfang an ein, aber je näher die Vespina kam, desto mehr wollten die Details festgesetzt sein. Für alle Eventualitäten muss es eine Lösung geben. Da war es dann eigentlich eine Erleichterung als es endlich losging. Besonders wichtig für das gute Gelingen war das ganze Team der Helfer. VespaClan, Küche, Fotografen und Videofilmer leisteten enorm wertvolle Arbeit. 

Ab dem Eintreffen der Teilnehmer war klar, hier läuft alles rund, wir haben das alles im Griff. Die Vespina lief dann dank den disziplinierten Teilnehmern und den gut gewarteten Maschinen völlig pannen- und unfallfrei ab, was natürlich das Schönste überhaupt ist für ein Treffen.  

Die Vespina – Teilnehmer gingen auch durchwegs sehr glücklich nach Hause und werden sich gerne an die schönen Tage in den Schweizer Bergen erinnern. Für unsere deutschen Freunde aus Celle war die Vespina eine ganz neue Erfahrung, denn die Dünenfahrer aus dem Norden Deutschlands hatten überhaupt keine Erfahrung mit Alpenpässen. Sie meisterten das blendend und fuhren meisterhaft durch die engen Kurven. Nur einer von ihnen kriegte Höhenangst und blieb am letzten Tag zuhause. Aber lest im nächsten Teil, wie sie das selber erlebt haben und wie ihre Eindrücke waren.

 

Nordlichter erkunden die Alpen – Vespa Club Celle bei der Vespina 2015 

Seit Monaten fieberten sie alle diesem Treffen entgegen: nachdem aus Hamburg und Lübeck angereist wurde, sind 9 Celler Vespa Fahrer aus der flachen Heidegegend in die Alpen aufgebrochen. 

Damit die Roller – und Fahrer – alle fit für die Alpentouren sein würden, mussten morgens ab 6 Uhr in Celle die Roller verladen werden. Knapp 815 km Anreise bis Erstfeld mussten noch von den 3 Gruppen gefahren werden: 3 Autos mit Anhängern waren dann unterwegs.  Noch in Hannover die letzten Teilnehmer einholen und dann los: unterschiedliche Strecken wurden ausprobiert – fährt man besser über Frankfurt oder über Stuttgart?… Aber früher oder später sind alle in Erstfeld angekommen. 

In Erstfeld wurde man sehr herzlich empfangen und die Gemeinschaftsunterkunft gleich bezogen: Schlafsäle in einem ehemaligen Bunker. Ein gemütliches Beisammensein bei dem das eine oder andere Fläschchen Bier folgte. Der Veranstalter bot gegrillte Bratwurst und frischen Salat gegen Unkostenbeteiligung an. 

Am Freitag ging es früh los, da um 8:30 Uhr Abfahrt angesagt war. Davor gab es ein einfaches Frühstück und man konnte gestärkt starten. 

Es waren gleich am ersten Tag vier Pässe (Sustenpass 2224 m ü M / Grimselpass 2165 m ü M / Furkapass 2426 m ü M /Gottardpass 2106 m ü M) zu überwinden bei einer Streckenlänge von 173 km. Bergauf hatten die Motoren der Vespas ganz schön zu kämpfen – in der Höhenluft bei steileren Anstiegen war mit 40km/h im 2. Gang (mit einer originalen P200X) die Höchstgeschwindigkeit erreicht. 

Späten Nachmittag waren alle erschöpft aber total geflasht von den Erlebnissen wieder in der Basisstation. Abends fand dann die offizielle Begrüßung bei einem Glas Sekt statt und im Anschluss gab es ein herausragendes vier Gänge Menü:

Tomatensuppe „Primavera“,  Salat-Kreation „Supersport“, Kalbsgeschnetzeltes mit Champignons, Butternudeln, Mandelbroccoli und zum Abschluss Panna Cotta „Pinasco“ 

Am Samstag ging es auch wieder um 8:30 Uhr los – vorher gab es ein reichhaltiges Frühstück mit allem was man sich so wünscht. Auch eine kleines Lunchpaket hat man sich gebaut, um nicht wieder wie am Vortag die teuren Schweizer Essenpreise an den Pässen nutzen zu müssen. Eine Bratwurst am Gotthard kostet 7CHF – das entspricht 7€. 

Die Königsetappe über 216km war angesagt, die bis in den Kanton Tessin (Biasca) führte. Diesmal waren nur drei Pässe auf der Route aber auch die hatten es in sich:

Gotthardpass 2106 m ü M, Lukmanierpass 1915 m ü M und Oberalppass 2044 m ü M. 

Beim Essen Abends gab es eine Begrüßung durch Claudio Cesa, Präsident Vespa Club Schweiz. Da das Essen am Freitag ja schon erstklassig gewesen war, war eigentlich – dachten alle – eine Steigerung nicht mehr möglich. Doch die beiden Köche, übrigens beides auch Vespa Fahrer, die die Touren teilweise mitfuhren, haben sich selbst noch mal mit folgendem 4 Gänge Menü übertroffen:

Petersilienschaumsuppe „Faro Basso“, Salatkreation „Super-Sprint“, Rind-Entrecote, Röstkartoffeln, Speckbohnen und abschliessend  lauwarmer Schoggikuchen „Malossi“. 

Auch am Sonntag war wieder für 8:30 Uhr die Abfahrt zur letzten Tour. Sie führte über Glarus nach Einsiedeln Kloster. Pässe gab es nur einen Großen, den Klausenpass mit 1948 m ü M und einen kleineren Bergpass Sattelegg mit 1190 m ü M.  Am Klausenpass gab es streckenweise eine nur in den Berg ‚genagelte‘ Straße, links – felsig nach oben, rechts – steil nach unten. Die Straße dazwischen war sehr schmal und von vorn kam ein Linienbus…..!  Etwas weiter unten gab es dann die Wahl entweder durch die Hinterlassenschaften einer Kuh zu fahren oder halt direkt durch die Kuh. 

In Einsiedeln Kloster haben sich die Celler von der Gruppe verabschiedet, um schneller nach Erstfeld zurück zu fahren – die Heimreise musste leider angetreten werden. Nach dem Verladen der Vespas ging die Rückfahrt nur bis Stuttgart, wo es bei einem Clubkameraden Nudeln und ein Abschiedsbier gab.  Etwas erholt fuhr die Gruppe dann am Montag wieder zurück in den Norden. 

Was kann man noch sagen: die Touren waren einmalig, das Essen war fantastisch, das Wetter war die ganze Zeit über spitze (oben auf den Pässen ca.10 Grad und unten annähernd 30Grad). Eine super gelungene Veranstaltung. 

Und jetzt eine letzte Bitte: lasst es eine “Vespina 2016” geben – die Celler sind dann sicherlich wieder mit dabei!